HISTORIE
1904 erwarben Albert und Marie Wittmüß von der Fürstlichen Verwaltung ein Grundstück zum Bau einer Pension. Der Selliner Bauunternehmer Metzling und der Zimmermeister Burmeister aus Putbus wurden mit der Bauausführung beauftragt.
Wilhelm Fürst und Herr zu Putbus, Sohn des Reichsgrafen Hermann Friedrich von Wylich und Lottum auf Lissa, erteilte gnädigst die Erlaubnis zur Namensgebung in HAUS LOTTUM, die am 11. Mai 1905 feierlich stattfand.
Die imposanten Veranden der Straßenfront (auf dem Bild unten in grau zeichnerisch nachgebildet) wurden aus Eisen gefertigt. Das Metall versprach eine wesentlich längere Lebensdauer als Holz. Die Verzierungen in Ornamenten des Jugendstils bestanden aus vernieteten Bandeisen und Formblech.
Das Haus verfügte über 28 Zimmer und konnte mehr als 80 Gäste in Vollpension aufnehmen. Um das Wohl der Gäste kümmerten sich zahlreiches Personal (darunter zwei Zimmermädchen, ein Küchenmädchen, eine Geschirrspülerin, ein Hausdiener und eine Hilfskraft). Die Einrichtung wurde in einer Möbelfabrik in Anklam angefertigt und geliefert.
Im Selliner Badeprospekt von 1928 war das HAUS LOTTUM ein Pensionshaus ersten Ranges mit modernem Komfort und vorzüglicher Verpflegung, mit fließendem Wasser und ein Bad pro Etage, einem Speisesaal und einem kleinen Park.
Zu DDR-Zeiten wurde das Haus ein Ferienheim der Nationalen Volksarmee mit Namen LIKEDEELER. Die schönen Veranden zur Straßenseite wurden leider nicht mehr instand gesetzt, sondern wegen Baufälligkeit abgerissen. Erst nach der Wende begann der erneute Ausbau der Pension. So bekam jedes Zimmer ein eigenes Badezimmer mit Dusche und WC, auch wenn diese aus Platzgründen leider etwas klein ausfallen mussten. Auch bekam das Haus wieder seinen ursprünglichen Namen PENSION HAUS LOTTUM, welcher 2009 in VILLA LOTTUM geändert wurde.
Das Haus verfügt heute über 21 Zimmer und kann über 45 Gäste beherbergen.